Sklerotherapie

(Verödungsbehandlung von Varizen)

Die Sklerotherapie (Verödung) von Varizen ist eine effektive und bewährte Behandlungsmethode, die derzeit durch die Verwendung von aufgeschäumten Sklerosierungsmitteln weltweit einen wahren Boom erlebt.

 

Das hat gute Gründe:

R. Fischer, der die Langzeitergebnisse (34 Jahre) nach Krossektomie und Stripping untersuchte, musste feststellen, dass bei 64% der operierten Patienten ein Krampfader-Rezidiv aufgetreten war: Das Dogma der chirurgischen Behandlung von Krampfadern geriet erstmals ins Wanken.

 

Die Sklerotherapie

hat mit dem Einzug der hochauflösenden Duplex-Ultraschallgeräte eine enorme technische und methodische Verbesserung erfahren, da die Behandlung erstmals gezielt steuerbar ist und in Echtzeit überwacht werden kann.

 

Die Schaumsklerosierung,

deren Grundlagen bereits in den 40er Jahren entwickelt wurden, ist in Kombination mit Ultraschall geradezu ideal geeignet, selbst kaliberstarke Gefäße wie Stamm- und Seitenastvarizen und Rezidive nach Krampfaderoperationen zu beseitigen.

Prospektive und randomisierte Studien wurden und werden auf der ganzen Welt durchgeführt und haben die Effizienz dieser Behandlungsmethode bei Varizen bewiesen.

 

Durch die bessere Verdrängung des Blutes aus dem zu behandelnden Venensegment wird eine bessere Verklebungsreaktion erreicht, da der Kontakt zwischen Krampfader-Endothel (Venen-Innenwand) und Schaum intensiver stattfindet.

Die Anzahl der erforderlichen Sitzungen ist daher gering:

Patienten werden teilweise mit nur einer einzigen Sitzung in etwa 20 Minuten komplett behandelt.

 

Ein weiterer Vorteil

ist die Darstellbarkeit des Sklerosierungsschaums im Ultraschall: von der prätherapeutischen Kartographie der Beinvenen über die gezielte Injektion bis hin zur gesteuerten Verteilung des Schaums in den Gefäßen kann die komplette Behandlung kontrolliert und dokumentiert werden.

 

Wir haben vor Jahren diese Technik in Deutschland eingeführt. Seitdem führen wir in unserem Zentrum diese Therapieform durch. Insbesondere wurden Patienten mit erneut aufgetretenen Krampfadern therapiert, da sie einer weiteren Operation oft ablehnend gegenüberstehen.

 

2001 fand unter der Leitung von F. X. Breu und S. Guggenbichler das 1. Symposium am Tegernsee statt, bei dem Spezialisten aus Italien, Frankreich und Deutschland ihre Erfahrungen über die ultraschall-assistierte Schaumsklerotherapie austauschten.

 

2003 organisierten wir das 2. Internationale Sklerotherapie-Symposium, bei dem die ersten Richtlinien zur Schaumsklerotherapie gemeinsam mit Experten aus ganz Europa erarbeitet wurden.

 

2006 fand die 2. Europäische Konsenskonferenz unter unserer Leitung am Tegernsee statt.

 

Mittlerweile haben die Richtlinien Eingang in die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie gefunden, wurden auf internationalen Kongressen vorgestellt und in internationalen Zeitschriften publiziert.

Im Januar 2004 wurde am Tegernsee der erste deutschsprachige Intensiv-Workshop zum praktischen Erlernen der ultraschall-assistierten Schaumsklerotherapie veranstaltet, bei der wir unsere Erfahrungen an Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland weitergeben konnten. Das Tegernseer Skleroseminar findet inzwischen zweimal jährlich statt.

In der aktuellen kontroversen Diskussion zwischen Vertretern der klassischen Operation mit Krossektomie und Stripping und den Verfechtern der neuen Therapiemethoden nimmt die Schaumsklerosierung eine exponierte Stellung ein: Zweifellos stellt sie eine zukunftsweisende Alternative in der Behandlung des therapierbaren, aber letztlich nicht heilbaren Krampfaderleidens dar.

Die einzigartige Möglichkeit, Patienten ambulant, schnell, sicher, ohne Narkoserisiko und kostengünstig zu behandeln, macht die Schaumsklerotherapie gegenüber minimal-invasiven Methoden wie Laser und Radiofrequenz besonders attraktiv.

Professor John J. Bergan, der „Grandseigneur“ der amerikanischen Gefäßchirurgen, zog schon im November 2003 auf dem 6. Internationalen Sklerotherapiekongress in Bologna seine persönliche Bilanz: „Der Schaum wird die Zukunft der Varizentherapie sein“.

 

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